Einbrecher? Verdächtige Personen erkennen!

Verdächtige Personen
Opfer eines Einbruchs kann jeder werden. Hierfür reicht es schon aus, einmal nicht aufgepasst zu haben. Einmal die Wohnungs- oder Haustüre Nicht abgeschlossen zu haben oder das Fenster gekippt zu lassen, wenn man das Haus oder die Wohnung verlässt um einkaufen oder sonst wohin zu fahren. Bei der Rückkehr bemerkt man dann, dass sich jemand unerlaubten Zutritt zum eigenen Haus oder der Wohnung verschafft hat. Einmal nicht aufgepasst und schon haben sie gnadenlos zugeschlagen. Doch wer sind sie eigentlich, diese Einbrecher? Wer wird überhaupt zum Einbrecher und warum? Diesen und weiteren Fragen gehen wir in diesem Artikel auf den Grund. Hierfür werden wir Erkenntnisse aus Statistiken nutzen, um Ihnen zu zeigen, wer die Tätergruppe ist und warum sie zu Einbrechern werden.

Die allermeisten Einbrecher sind männlich

Im aktuellen "Einbruchreport 2017" (PDF 4 MB) der deutschen Versicherungsgesellschaft haben die meisten der Tatverdächtigen, die für Wohnungs- und Hauseinbrücher verantwortlich gemacht werden eines gemeinsam: sie sind zu 80% männlichen Geschlechts. Lediglich ein kleiner Anteil der gesamten Tätergruppe entfällt demnach auf Frauen.

Im Durchschnitt sind Einbrecher 28 Jahre alt

Das Durchschnittsalter der Einbrecher liegt bei 28 Jahren und insgesamt knapp 75% der Kriminellen war zum Zeitpunkt der Ermittlungen maximal 35 Jahre alt. Am Stärksten vertreten war die Altersgruppe der 21- bis 34-Jährigen. Auf diese Gruppe entfiel ein Anteil von fast 40%. Circa 35% der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre alt und nahezu die Hälfte davon war zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig.

Ohne Arbeit und ohne familiäre Bindung

Informationen bezüglich des Familienstandes, einer ausgeübten beruflichen Tätigkeit abseits der Kriminalität, sowie zum Bildungsstand, also Schulabschluss und höchste abgeschlosse Ausbildung waren lange nicht in allen Fällen vorhanden. Trotzdem zeigen die vorliegenden Daten die folgende, recht eindeutige Tendenz und ein annähernd repräsentatives Muster: Fast zwei Drittel aller Tatverdächtigen waren zum Tatzeitpunkt ledig und gerade einmal jeder Fünfte Einbrecher war verheiratet.
Deutlich über 50% der Tatverdächtigen Einbrecher konnte zum Zeitpunkt der Ermittlungen keine geregelte Arbeit nachweisen. Nur jeder Fünfte Einbrecher war zum Zeitpunkt der Ermittlungen berufstätig und weitere 20% befanden sich entweder in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung. Hinsichtlich des höchsten abgeschlossen Bildungsweges zeigt sich auch ein klares Bild: Nahezu jeder Zweite konnte keinen schulischen Abschluss vorweisen (46,0 %,). Ein knappes Drittel der Täter besaß als höchsten Schulabschluss einen Hauptschulabschluss (29,9 %) und gerade einmal 45% der Tatverdächtigen verfügte über eine abgeschlosse Berufsausbildung.
Die fehlende soziale und familiäre Bindung sowie die vermeintliche fehlende berufliche Perspektive können mögliche und wahrscheinliche Gründe für das abrutschen in die Kriminalität darstellen.

Einbrecher? Verdächtige Personen erkennen!

Verhältnis zwischen Täter und Opfer

Sehr interessant und genauso überraschend ist die Erkenntnis, dass Tatverdächtige nicht selten aus dem sozialen Umfeld ihrer Opfer stammen. In insgesamt über 40 % aller Einbruchsfälle standen der Tatverdächtige und das Opfer des Einbruchs in einer Beziehung zueinander. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Mitglieder des Freundes- oder Bekanntenkreises. Ein gutes Viertel der Tatverdächtigen stellen Ex-Partner sowie aktuelle Partner, Verwandte und andere Familienangehörige. Hier spielen Neid, Eifersucht aber auch das Thema Versicherungsbetrug wesentliche Rollen für das Motiv des Einbruches. In jedem Vierten Fall kannten sich das Opfer und der Täter vom Sehen oder aus der Nachbarschaft.
Ein weiteres Viertel der Tatverdächtigen sind ehemalige Mitbewohner, Unter-, Ver-, oder Vormieter des oder der Einbruchsopfer. Diese Tätergruppe kennt die Wohnung oder das Haus besonders gut und weiß um die Schwachstellen, die ausgenutzt werden können um sich leichten Zutritt zu verschaffen. Ein weiterer Grund ist, dass diese Tätergruppe häufig noch über einen Ersatzschlüssel aus der eigenen Mietzeit besitzen kann und so ein Einbruch extrem leicht gemacht wird. Hierbei gilt das alte aber leider sehr passende Sprichwort "Gelegenheit macht Diebe" oder besser "Einbrecher" in ganz besonderer Art und Weise.

Ein Einbrecher kommt selten allein

Es gibt nahezu kaum Unterschiede zwischen den Tatverdächtigen und der Gruppe der rechtskräftig verurteilten Täter. Die Täter, die in der Folge eines Haus- oder Wohnungseinbruches rechtskräftig verurteilt wurden, sind überwiegend männlichen Geschlechts (89,9 %), sind im Durchschnitt 26,3 Jahre alt, und wurden zumeist in Deutschland geboren (56,6 %). Ein überwiegender Teil der rechtskräftig Verurteilten waren zudem kein unbeschriebenes Blatt, sondern zum Zeitpunkt der Tat häufig bereits in wegen mindestens einem vorangegangenen Deliktes bereits rechtskräftig verurteilt worden (79,1 %). Somit ist der durchschnittliche Einbrecher ganz klar ein Wiederholungstäter.

Ziemlich genau die Hälfte aller rechtskräftig Verurteilten Einbrecher waren zum Zeitpunkt der Tat im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit (49,3%). Bei den nichtdeutschen Staatsangehörigen macht die Gruppe der Türken den größten Anteil aus. Rein von der Statistik und der Verteilung der Wahrscheinlichkeiten überrascht dies nicht, da die Türken den größten Anteil aller Ausländer in Deutschland ausmachen.
Weitere stark vertretene nichtdeutsche Staatsangehörigkeiten sind die serbische, die rumänische und die kroatische Staatsangehörigkeit. Häufig werden die Einbrüche auch gemeinschaftlich von deutschen und ausländischen Staatsbürgern durchgeführt.

So werden insgesamt mehr als 40 % der Taten, die zu einer Verurteilung führten, gemeinschaftlich mit mindestens einem weiteren dafür verurteilten Täter begangen. Ebenfalls bei knapp 40% der Verbrechen ergaben sich Hinweise auf einen Suchthintergrund, der auf eine Beschaffungskriminalität schließen lässt.

Zwar gibt es Nationalitäten, insbesondere, die der Osteuropäer, die überrepräsentativ häufig - gemessen an der Einwohnerzahl- auftreten, dennoch liegt dies vor allem an der Perspektivlosigkeit der Personen. Mangelnde Bildung und fehlende soziale Stabilität in Kombination mit einer Sucht scheinen der Hauptauslöser für ein Abrutschen in die Beschaffungskriminalität darzustellen.

Wie wurden die Einbrecher überführt?

Häufig sind es die Aussagen von Zeugen, die die entscheidende Grundlage für den Tatverdacht liefern (47,2%). In etwas mehr als jedem vierten Fall sind Zusammenhänge mit einem oder mehrerer anderer Einbrüche ausschlaggebend um den Tätern auf die Spur zu kommen (26,1 %). Das „Ertappen auf frischer Tat“ durch die Polizei und das Festnehmen in unmittelbarer Tatortnähe erfolgt in knapp 16% aller Fälle. Durch das Hinterlassen von Spuren, wie zum Beispiel Fingerabdrücken und DNA-Spuren können knapp 15% der Täter überführt werden. Sofern die Täter bereits den Behörden bekannt sind und entsprechende Proben vorliegen, bieten sich hier im Vergleich die größte Erfolgsaussicht bei der Er- mittlung und Überführung von Tatverdächtigen.

Dennoch führten Zeigenaussagen sowie aufgenommene Spuren der Einbrecher nur in verhältnismäßig wenigen aller Fälle zur Ermittlung gegen einen Tatverdächtigen beziehungsweise zur Erhärtung eines bereits besthenden Tatverdachts.

Dadurch wird die Verstärkung der Polizeikräfte als nicht zielführende Maßnahme zur Verbesserung der Aufklärungsquote beziehungsweise Verurteilungsrate angesehen. Vielmehr sollten die Polizeikräfte gezielt zur Prävention sowie der Abschreckung der Einbrecher verstärkt Präsenz steigen, indem regelmäßiger Streifenwagen im Einsatz sind, insbesondere in Gegenden, die bereits häufiger von Einbrechern aufgesucht wurden. Hier sind vermehrte Polizeikräfte deutlich sinnvoller eingesetzt.

Abschließend lässt sich anhand der Statistiken ganz klar sagen, dass das Risiko für Täter in Deutschland aufgrund eines Einbruches verurteilt zu werden, ausgesprochen gering ist. Das große Problem steigender Einbruchszahlen und die damit einhergehende sehr geringe Aufklärungsquote sowie die daraus resultierende, noch geringere Verurteilungsquote können definitiv nicht ausschließlich durch Veränderungen auf polizeilicher, staatsanwaltlicher oder auf gerichtlicher Ebene gelöst werden kann. Somit sind präventive Maßnahmen zur Vorbeugung und Verringerung des Risikos eines Einbruchs unabdingbar. Jeder Mensch, egal ob Mieter oder Eigentümer, Wohnungs- oder Hausbesitzer, sollte die Sicherheit der eigenen vier Wände selbst in die Hand nehmen und mithilfe technischer Maßnahmen zielgerichtet vorbeugen.

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