Die fiesen Tricks der Betrüger: Wie mit Enkeltrick und co. abgezockt wird

Enkeltrick
Immer wieder können Sie in der Tageszeitung oder auf den Online-Portalen lesen, dass Menschen durch Trickbetrüger abgezockt und um größere Geldbeträge gebracht wurden. Insbesondere Senioren stehen im Fokus der Aktivitäten solcher Verbrecher. Diese nutzen die Gutmütigkeit und das Vertrauen der potentiellen Opfer schamlos aus. Dieser Beitrag zeigt einige der am häufigsten genutzten Vorgehensweise der Trickdiebe auf und soll damit dazu beitragen, die Verbrecher zu enttarnen.


Der Enkeltrick


Was ist der Enkeltrick? Der Enkeltrick ist eine skrupellose Vorgehensweise mit denen Abzocker versuchen, vor allem Rentner und andere gutgläubige Menschen zu betrügen und um deren Ersparnisse zu bringen. Die Verbrecher gehen dabei sehr dreist vor und geben sich am Telefon oder aber auch auf offener Straße als entfernter Verwandter oder Bekannter des Opfers aus. Dieses Vorspielen falscher Tatsachen soll das Opfer dazu bringen, dem vermeintlichen Verwandten oder Bekannten, der sich angeblich in einer Notsituation befindet, mit Geld aus der Bredouille zu helfen.

Vorgehensweise der Betrüger Die Betrüger, die den Enkeltrick anwenden, sprechen ihr Opfer unvermittelt auf der Straße oder am Telefon mit "Du" an und wählen dabei einen Gesprächseinstieg, der dem potentiellen Opfer eine gewisse Vertrautheit vorspielen soll. Zu den klassischen Ansprachen zählt: "Na, rate doch mal wer ich bin!" oder aber "kannst du dich noch an mich erinnern?" Die Betrüger sprechen zumeist ältere Menschen an und nutzen hierbei schamlos aus, dass die angesprochene Person zumeist aus dem Zweifel heraus, ob sie den Gesprächspartner kennen müsse. Aus Angst, eventuell als alterssenis oder dement wahrgenommen zu werden, erwidern die angesprochenen Senioren die Konversation und geben vor, sich an ihr Gegenüber zu erinnern. Häufig denken sich die Betrüger auch andere Zusammenhänge aus und erzählen zum Beispiel etwas von einem gemeinsamen Krankenhausaufenthalt oder nutzen eventuelle Kenntnisse über den Todesfall des Ehepartners aus und geben unter anderem vor, ein Großneffe des oder der Verstorbenen zu sein.
Haben die Betrüger einmal den Kontakt zu ihrem potentiellen Opfer aufgebaut, folgt eine, auf den ersten Blick freundliche, Konversation, mit der die Trickbetrüger beabsichtigen, in die Wohnung des potentiellen Opfers zu gelangen. Einmal dort angelangt, gibt es nun mehrere Varianten des Enkeltricks, mit denen die Betrüger versuchen an das Geld, an Schmuck oder sonstige Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen.

...Vorspielen einer Notsituation
Die Täter gehen in diesen Fällen so vor, dass sie ihren Opfern eine finanzielle Notsituation vorgaukeln, die möglichst bedrohlich und mitleiderregend erscheint. So gibt der Betrüger beispielsweise vor, sich in einer lebensbedrohlichen Situation zu befinden und Geld für eine wichtige ärztliche Behandlung zu benötigen, die nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Ein anderes probates Mittel ist es vorzugeben, Opfer einer Erpressung zu sein und dass ebenfalls das eigene Leben in Gefahr sei. Dies soll das Opfer zu einer größeren Abhebung von Bargeld veranlassen, die dann durch den Betrüger in Empfang genommen wird oder eventuell sogar einem Komplizen ausgehändigt wird, der sich als Erpresser oder ähnliches ausgibt.

...die persönlich überbrachte Schocknachricht
Eine weitere geschmacklose Vorgehensweise ist das Ansprechen des Opfers auf der Straße und das Vorgeben, der Betrüger sei ein Freund oder Bekannter eines Verwandten, der - so die dreiste Lüge - einen schlimmen Unfall hatte, im Krankenhaus liege und angeblich Geld für eine teure Behandlung benötige. Sollte der Betrüger tatsachlich den richtigen Namen eines Bekannten oder Verwandten kennen, so gilt es in jedem Fall, diesen anzurufen und so herauszufinden, ob diese Geschichte wahr oder gelogen ist. Auf keinen Fall darf dieser Person Geld ausgehändigt werden - und welches Krankenhaus nimmt überhaupt eine Barzahlung an?

...vertrauliche finanzielle "Tipps"
Hierbei gibt der Täter seinem Opfer vermeintlich streng vertrauliche finanzielle Tipps. Diese Tipps beziehen sich zum Beispiel auf die Hausbank des Opfers, die angeblich kurz vor dem Bankrott steht aufgrund einer erfundenen Finanzkrise. Ebenfalls werden Steuertipps gerne von den Betrügern genutzt um das Opfer zu beeindrucken. Diese Vorgehensweisen haben alle zum Ziel, dass das Opfer seine Hausbank oder Sparkasse aufsucht und sein Sparguthaben abhebt um es "in Sicherheit" zu bringen. Nicht selten wird diese vorgebrachte Lüge noch durch den Anruf oder gar zufälligen Hausbesuch eines vermeintlichen Bankmitarbeiters oder Steuerberaters unterstützt, der dem baldigen Opfer selbiges rät und somit die Wirkung der Lüge verstärken soll.

...Aufbewahrung von Wertgegenständen
Bei dieser Vorgehensweise bittet der Betrüger sein Opfer darum, einen Wertgegenstand oder eigenes Bargeld sicher zu verwahren. Der Täter insistiert dabei darauf, dass das Opfer die Aufbewahrung am sichersten Ort der Wohnung oder der Hauses vornimmt. Zufälligerweise befinden sich genau an diesem Ort auch in den meisten Fällen die Wertsachen und das Bargeld des Opfers. Mit einem kurzen Ablenkungsmanöver nutzt der Betrüger nun die Unachtsamkeit seines Opfers aus und entwendet die dort hinterlegten Wertsachen und das Bargeld.

...Der Lederjackentrick
Zu den potentiellen Opfern zählen größtenteils ältere Männer. Der Betrüger spricht die Zielperson an und gibt sich als beispielsweise ehemaliger Kollege aus, der aktuell etwas knapp bei Kasse ist und für ein angebliches Flugticket oder eine andere Sache einen dreistelligen Betrag benötigt. Im Gegenzug bietet der Betrüger, der angeblich mit hochwertigen Lederjacken handelt, eine solche Jacke an, deren angeblicher Wert den Geldbetrag übersteigt. Hierdurch soll das Opfer das Gefühl bekommen, ein gutes Geschäft vor der Nase zu haben. Der Betrüger führt das Opfer dann häufig zu seinem Auto, in dessen Kofferraum sich zwar Jacken, jedoch von minderer Qualität und definitiv nicht aus Leder befinden. Sollten Sie von einem solchen Trickbetrüger angesprochen werden, dann merken Sie sich das Kennzeichen des Fahrzeuges oder fotografieren Sie es, sofern Ihnen dies unbemerkt möglich ist und verständigen Sie die Polizei.

So sollten Sie sich verhalten um nicht zum Opfer des Enkeltricks zu werden

Das Wichtigste vorweg: Seien Sie misstrauisch und vertrauen Sie Ihren Instinkten! Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie die Person kennen, dann werden Sie diese Person mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich nicht kennen. Lassen Sie sich von dieser Person nicht in ein Gespräch verwickeln! Gehen Sie einfach weiter und sollte ein Unbekannter an Ihrer Tür stehen, so lassen Sie diesen unter keinen Umständen in Ihre Wohnung oder Ihr Haus!


Der falsche Polizist


Was ist "der falsche Polizist?"

Hierbei handelt es sich um eine Betrugsmasche, bei der sich einer oder mehrere Betrüger unter Vorgabe einer besonders vertrauenswürdigen Identität Zutritt zur Wohnung des Opfers verschafft um das Opfer im Anschluss zu bestehlen oder gar zu berauben.

Vorgehensweise der Betrüger

Mithilfe eines gefälschten Dienstausweises und einer fingierten Begründung verschaffen sich diese falschen Polizisten Zutritt zum Haus oder der Wohnung ahnungsloser Senioren. Als Vorwand wird hier beispielsweise ein angeblich bevorstehender Einbruch angegeben, von dem die "Beamten" Kenntnis hätten und nun das Haus oder die Wohnung auf Sicherheit überprüfen müssten. Sollten die Verbrecher mit dieser Argumentation Erfolg haben und sich Zutritt verschaffen können, dann lassen sie sich die Verstecke der potentiellen Opfer zeigen um die Wertsachen entweder nach einem gezielten Ablenkungsmanöver direkt, oder bei einem späteren Einbruch zu entwenden. Weitere Begründungen für das Erscheinen der "Polizisten" sind: "wir wollten nur mal nach dem Rechten schauen", "Wir müssen überprüfen, wie sicher Ihre Wohnung ist". Nicht selten wird das Ganze zur Unterstützung der Glaubwürdigkeit auch noch durch einen Anruf von einer angeblichen Polizeiwache unterstützt, die den Besuch der falschen Polizisten ankündigt und einen offiziellen Termin für die Besichtigung vereinbart. Auch ein angeblicher Durchsuchungsbefehl oder eine vorzunehmende Falschgeldprüfung sind gerne genutzte Vorwände der falschen Polizisten.

Es gibt jedoch nicht nur falsche Polizisten, sondern auch falsche Telekommitarbeiter, Mitarbeiter der Stadt, der Krankenkasse oder der Kirche. Alle versuchen sich Zutritt zur Wohnung oder des Hauses der Opfer zu verschaffen oder diese zur Überweisung bzw. Barzahlung eines Geldbetrages zu animieren oder Verstecke von Schmuck, Bargeld, Gold und anderen Wertgegenständen auszukundschaften, diese direkt oder im Rahmen eines folgenden Einbruchs zu entwenden.

So sollten Sie sich verhalten um nicht zum Opfer dieser Tricks zu werden

Ganz wichtig ist es, nicht einfach die Tür zu öffnen und vermeintliche Polizisten oder andere Personen hineinzulassen. Nutzen Sie inmer den Spion, noch besser eine Gegensprechanlage mit Kamera und eine Kette an der Türe. Lassen Sie sich Ausweise zeigen und Visitenkarten. Prüfen Sie beispielsweise bei einem Polizisten, indem Sie die Polzeiwache, von der er angeblich kommt, anrufen. Nutzen Sie hierfür jedoch nicht die auf der Visitenkarte angegebene Telefonnummer sondern suchen Sie im Internet oder papiergebundenen Telefonbuch nach der Rufnummer der Polizeiwache an und fragen Sie nach dem Polizisten und ob sich dieser aktuell im Einsatz befindet um das zu tun, was Ihnen die Person an der Tür erzählt hat.
Denken Sie daran, dass echte Polizisten nicht einfach bei Ihnen zu Hause vorbeikommen um die Einbruchssicherheit zu prüfen. Echte Polizisten werden Sie auch niemals nach Bargeld, Ihrer PIN oder anderen Bankdaten oder Ihren Verstecken fragen. Lassen Sie die Türe geschlossen und rufen Sie unter der 110 die echte Polizei.
Lassen Sie auch keine anderen vermeintlichen Mitarbeiter der Telekom, der Stadt ider der Kirche zu sich in die Wohnung oder Haus. Lassen Sie sich auch hier Ausweise und Visitenkarten zeigen und gehen Sie genauso vor, wie bei den Polizisten.

Betrug mithilfe von Zeitungsinseraten

Vorsicht vor Kaufanzeigen in der Tageszeitung, die zu schön klingen um wahr zu sein!
Betrüger geben gerne Kaufanzeigen auf um sich Zutritt zu Ihrem Heim zu verschaffen. Typisch sind Inserate wie: "Kaufe Uhren, Münzen, Teppiche, Gold, Schmuck und Pelze." Auffällig hieran ist, dass dir genannten Gegenstände nicht zusammen passen und es sich nucht um einen spezialisierten Händler handelt, sondern hier lediglich möglichst viele Dinge aufgezählt werden, um möglichst viele potentielle "Kunden" zu akquirieren. Einmal kontaktiert und in die Wohnung eingeladen, lassen sich diese vermeintlichen Antiquitätenhändler alles zeigen, was auch nur im entferntesten werthaltig sein könnte. Hierbei wird natürlich jeder Aufbewahrungsort identifiziert. Häufig versuchen die Betrüger, Schmuck und andere Wertgegenstände mitzunehmen um sie von einem weiteren "Experten" auf ihren tatsächlichen Wert prüfen zu lassen. Hierfür werden sogar professionell wirkende Empfangsbestätigungen geschrieben und an die Opfer ausgehändigt. Selbstverständlich wird sich der Betrüger nach der Mitnahme der Wertsachen nicht mehr melden, sondern diese einfach behalten.

So können Sie sich schützen

  • Achten Sie bei solchen Annoncen auf deren Glaubwürdigkeit! Handelt es sich, wie oben beschrieben im Gesuch um eine reine Ansammlung von Gegenständen oder um einen Spezialisten für eine einzige Produktkategorie?
  • Sollte zudem lediglich eine Handynummer in der Anzeige angegeben sein, so sollten Sie auf einen Anruf verzichten. Kontaktieren Sie nur Personen, wenn diese über einen nachprüfbaren Geschäftssitz verfügen. Suchen Sie lieber dieses Geschäft mit einer Vertrauensperson auf.
  • Sind die Angebote in der Annonce zu schön um wahr zu sein, dann wird es sicher Betrug sein. Keiner hat etwas zu verschenken und Anzeigen wie "Wir kaufen Ihren Schmuck deutlich über Wert!" dienen lediglich dazu, gutgläubige Menschen zu betrügen.
  • Wenn Sie erwas verkaufen möchten, dann sollten Sie sich besser direkt an renommierte Auktionshäuser oder spezialisierte Antiquariate wenden. Sollten Sie Goldmünzen verkaufen, dann tun Sie dies bei Ihrer Bank oder Sparkasse. Fragen Sie jemanden, der Ihnen zeigt, wie Sie bei Ebay oder anderen Verkaufsplattformen verkaufen können. Diese Marktplätze sind sehr gut geeignet um Gegenstände zum fairen Marktpreis zu verkaufen.

Wie hilfreich fanden Sie die Informationen auf dieser Seite?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars   Bitte geben Sie eine Bewertung ab / (2 Bewertungen - Ø: 5,00)

Diese Produkte könnten Sie auch interessieren



Informiert bleiben


Impressum | Datenschutzerklärung | AGB
© SECURITY-PRINCE.COM