Gaunerzinken am Haus | Zeichen von Einbrechern

Schutz vor Einbrechern
Wenn man morgens auf dem Weg zum Briefkasten seltsame und nicht zuzuordnende Zeichen an der Haustür oder Hauswand entdeckt, sollte man besser auf der Hut sein. Im besten Fall handelt es sich um harmlose Kreidemalereien von Kindern, im schlimmsten Fall sind es jedoch die sogenannten "Gaunerzinken", mit denen ihr Haus markiert wurde. Und um eine häufig gestellte Frage direkt zu Beginn zu beantworten: Ja, es gibt sie wirklich. Doch woher kommen diese mysteriösen Zeichen ursprünglich und welchen Zweck erfüllen sie? Diesen und weiteren wichtigen Fragen werden wir im Folgenden nachgehen.

Was sind Gaunerzinken?

Unter dem Begriff des Gaunerzinkens werden Geheimzeichen von Einbrechern verstanden. Diese Zeichen werden meist mit Kreide, Bleistift oder Kohle am Haus eines potentiellen Einbruchsopfers angebracht und dienen der verdeckten Kommunikation unter Einbrechern. Sie sind genauso simpel wie effektiv und besitzen eine jahrhundertealte Tradition.

Historische Entwicklung der Gaunerzinken

Die ersten Hinweise auf die Gaunerzinken stammen aus dem Mittelalter. Bereits damals wurden sie von bestimmten Bevölkerungsgruppen zur nonverbalen und geheimen Kommunikation untereinander genutzt. Es ist jedoch nicht der Fall, dass es sich dabei damals ausschließlich um Einbrecher handelte. Vielmehr waren es verschiedene und meist unterdrückt Gruppen innerhalb der Bevölkerung. Diese waren vom gesellschaftlichen Leben nahezu ausgeschlossen und unerwünscht. Sie erhielten wenig Fürsprache und mussten jederzeit mit Gewalt und Willkür gegen sie rechnen. Sie wurden häufig vertrieben und aus den Dörfern gejagt. Zu den betroffenen Personen des unteren Standes der Gesellschaft zählten damals unter anderem neben Gaunern auch Bettler, Tagelöhner und Hausierer. Sie nutzten die Zinken, um ihnen nachfolgenden Standesgenossen mitzuteilen, an welcher Haustür sich ein Vorstellen, aus welchen Gründen auch immer, lohnte. So hatte beispielsweise der ansässige Bauer Feldarbeit für einen kräftigen Tagelöhner zu vergeben oder die hilfsbereite Dame etwas zu Essen übrig für einen hungrigen Landstreicher. Manche boten auch - unwissentlich - einen warmen Schlafplatz in einer Scheune oder einem Stall an, der von einem vorherigen Streuner in Form eines Zinkens angepriesen wird. Gaunerzinken besitzen somit eine sehr lange fragwürdige Tradition, die bis heute, wenn auch in abgewandelter Form, besteht.

Gauner Zinken - Einbrecher markieren Häuser

Heutige Verbreitung von Gaunerzinken

Heutzutage werden Gaunerzinken vor allem von reisenden Bevölkerungsgruppen aus osteuropäischen Ländern eingesetzt und finden sich in allen Teilen Deutschlands wieder. Sie werden heutzutage vor allem von Einbrecherbanden aber auch Trickbetrügern genutzt um sich gegenseitig Tipps zu geben. So werden mithilfe der Codes die Erkenntnisse aus den Ausspähungen dokumentiert. Hierbei können Einbrecher auf eine große Auswahl verschiedenster Zinken zurückgreifen, die beispielsweise auf den bissigen Hund, wachsame Nachbarn oder das häufig geöffnete Küchenfenster im Erdgeschoss hinweisen. Die Einbrecherbanden dokumentieren auf diese Weise ihre Eindrücke um nach der Ausspähphase effizienter einbrechen zu können.

Wo werden Gaunerzinken angebracht?

Da Gaunerzinken zur geheimen und verdeckten Kommunikation zwischen Einbrechern genutzt werden, ist es unerlässlich für das Gelingen dieses Vorhabens, dass die Zinken unentdeckt für die Augen Außenstehender bleiben. Demzufolge gibt es verschiedene Orte, die sich hierfür besonders gut eignen. Hierzu zählt eine etwas abgelegene Stelle an der Hauswand oder am Gartenzaun. Hier kann ein Gaunerzinken relativ leicht angebracht werden und bleibt in den meisten Fällen von den Bewohnern unbemerkt. Auch der Türstock eignet sich für Das Markieren mit dem Gaunerzinken. Manche Einbrecher sind auch so dreist und bringen das Kennzeichen direkt neben dem Briefkasten oder neben dem Klingelknopf an. Hier sind der Fantasie der Einbrecher keine Grenzen gesetzt.

Was soll ich tun, wenn ich Gaunerzinken an meinem Haus entdecke?

Sollten Sie einmal seltsame Zeichnungen an ihrem Haus, Briefkasten, Gartenzaun oder zum Beispiel an der Garage entdecken, dann rät die Polizei dazu, die Zeichnungen zu fotografieren und umgehend wegzuwischen. Denn durch das Wegwischen wird die Kette der geheimen Kommunikation der Einbrecher durchbrochen. In der Folge wird ihr Haus sicherer vor Einbrüchen, da die Späharbeiten der Diebe somit nutzlos waren. Mit den gemachten Fotos sollten Sie sich an die zuständige Polizeistation in Ihrer Nähe wenden. Vermutlich wird es in der Gegend schon aktuelle Einbruchsfälle geben und die Beamten können so eventuell ihre Präsenz in der Gegend durch Streifenwagen verstärken und so eine abschreckende Wirkung auf die Einbrecher entfachen. Auf jeden Fall sollten Sie besonders vorsichtig sein, wenn Sie einmal Gaunerzinken an Ihrem Haus entdeckt haben und immer die Haustüre verschließen und nicht bloß ins Schloss fallen lassen, wenn Sie das Haus verlassen. Achten Sie darauf, tagsüber ihre Fenster geschlossen zu lassen und achten Sie auch darauf, dass weitere Zugänge zum Haus, wie eine aussengelegene Treppe zum Keller, abgeschlossen und im besten Fall ordentlich verriegelt sind. Recherchieren Sie, welche Bedeutung die an Ihrem Haus angebrachten Gaunerzinken haben. Dadurch erkennen Sie, welche Schwachstellen die Einbrecher an Ihrer Immobilie ausgemacht haben und sorgen Sie anschließend für entsprechende Sicherheit, in dem Sie diese Lücken schließen. Sollten Sie einmal Gaunerzinken bei ihrem Nachbarn entdecken, so sollten Sie ihn auch über die Zinken, deren Bedeutung und die empfohlene Vorgehensweise informieren und so auch ihm helfen, sich gegen die Einbrecher zu wehren.

Wie hilfreich fanden Sie die Informationen auf dieser Seite?

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars   Bitte geben Sie eine Bewertung ab / (6 Bewertungen - Ø: 3,50)

Diese Produkte könnten Sie auch interessieren



Informiert bleiben


Impressum | Datenschutzerklärung | AGB
© SECURITY-PRINCE.COM