Überfall - wie reagiere ich richtig?

Frau Park
Ein Überfall, und das auch noch an der eigenen Haustüre? So etwas passiert doch ausschließlich im Krimi und wenn es dann doch einmal im "wahren" Leben geschieht, dann lese ich davon nur in der Zeitung - kurzum: es ist entweder dramatisierende Fiktion oder trifft immer nur die Anderen. So oder ganz ähnlich lauten die Glaubenssätze, mit denen sich ein Großteil der deutschen Bevölkerung in eine vermeintliche Sicherheit wiegt. Gehören auch Sie zu denen, die sich diese gefühlte Sicherheit damit erkaufen, sich selber anzulügen? Damit ist jetzt Schluss, denn in diesem Artikel erfahren Sie, dass es sich um eine reale Bedrohung handelt und somit Jeder, ohne Ausnahme zum Opfer eines solchen Überfalls werden kann. Auch wenn wir Ihnen natürlich wünschen, dass Sie niemals am eigenen Leibe erleben müssen, wie es sich anfühlt überfallen zu werden, widmet sich dieser Artikel dem Thema, wie Sie sich in solche einer extremen Ausnahmesituation verhalten sollten um diese möglichst unbeschadet zu überstehen.

Bleiben Sie ruhig

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt: "In der Ruhe liegt die Kraft" und genau so verhält es sich auch während eines Überfalles. Nicht nur für Sie als Opfer des Überfalls, sondern auch für den Täter ist es eine Ausnahmesituation (außer für die ganz routinierten Profis). Der Täter ist somit, ebenfalls wie Sie, extrem aufgeregt und sein Blut vollgepumpt mit Adrenalin, das ihn aufputscht und ein Glücksgefühl verursacht. Dadurch kann er nicht mehr klar Denken, ist unempfindlicher gegen Schmerzen, fühlt sich unverwundbar und leidet an Selbstüberschätzung. Er hat, da er eine Straftat begeht, auch einiges zu verlieren und sollte er währenddessen erwischt werden oder im Nachgang überführt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe von einigen Jahren.

Aus diesen Gründen ist es umso wichtiger, dass Sie überlegt handeln, Ruhe bewahren und keine hastigen oder unkontrollierten Bewegungen machen. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn der Täter bewaffnet ist. Viele Täter, die eine Waffe bei sich tragen, tun dies um das Opfer einzuschüchtern und so ihre Chancen für das Gelingen des Überfalls zu erhöhen. Von ihrer Waffe Gebrauch machen und ihr Gegenüber verletzen oder gar töten, dies versuchen die allermeisten Räuber zu vermeiden. Vermeiden Sie alles, was dazu führen kann, dass der Angreifer die Kontrolle verliert!

Sprechen Sie die den Angreifer immer mit "Sie" an. Zum Einen halten Sie ihn damit sprachlich auf Abstand, was psychologisch die Hemmnis für einen körperlichen Übergriff seitens Ihres Gegenübers reduzieren kann und zum Anderen bemerken so auch Außenstehende, sollten Sie draußen überfallen werden, dass es sich hierbei nicht um einen Spaß sondern um eine ernste Situation handelt.

Bleiben Sie selbstbewusst

Selbstbewusstsein ist auch in solch einer gefährlichen Situation von Vorteil. Sollte Ihr Gegenüber beispielsweise keine Waffe bei sich tragen und Sie auffordern, ihm Ihr Geld zu geben, dann antworten Sie mit einem eindeutigen "Nein!" Dies kann Gelegenheitstäter dermaßen verunsichern, dass sie von Ihnen ablassen und das Weite suchen. Dies kann damit erklärt werden, dass der Räuber, bevor er seine Tat ausführt, ganz genaue Vorstellungen vom Ablauf des Überfalls hat und diese in Gedanken bereits unzählige Male "durchgespielt" hat. Je stärker seine Idealvorstellung des Überfalls vom tatsächlichen Geschehen abweicht und je festgefahrener der Täter in seinem Verhalten ist, desto größer die Chance für Sie, dass der Täter von Ihnen ablässt. Bitte beachten Sie hier jedoch, dass es sich nicht lohnt, für ein paar Euro "den Helden zu spielen". Haben Sie das Gefühl, dass der Angreifer aggressiv oder bewaffnet ist und es ausschließlich auf Ihr Geld oder Ihr Smartphone oder Ihre Armbanduhr abgesehen haben, dann geben Sie ihm, was er will. Somit vermeiden Sie eine unnötige Eskalation der Situation. Denken Sie immer zuallererst an Ihre Gesundheit, denn diese ist das wertvollste, was Sie besitzen!

Lenken Sie den Angreifer ab

Dieser Trick baut auf dem Vorherigen auf und bedeutet, dass Sie sich auch hier zunutze machen, dass der Täter einen idealtypischen Ablauf für sich "einprogrammiert" hat, von dem Sie durch Ablenkung abweichen. Stiften Sie beim Angreifer Verwirrung indem Sie ihn in eine zusammenhanglose Unterhaltung verwickeln. Fragen Sie ihn zum Beispiel, wie ihm das gestrige Fernsehprogramm gefallen hat oder ob sich der morgige Tag aufgrund des zu erwartenden Wetters für einen Fahrradausflug anbieten würde. Gut möglich, dass Sie mit dieser Vorgehensweise so viel Verwirrung beim Angreifer stiften, dass dieser vor Ihnen erschrickt und die Flucht ergreift. Eine andere Möglichkeit um Ihren Angreifer abzulenken ist, Ihn, sofern er etwa die Herausgabe Ihres Portemonnaies verlangt, Ihm Kleingeld oder andere Gegenstände, ins Gesicht zu werfen. Nutzen Sie diese beiden Techniken um das Erfolgsmoment für sich zu nutzen und....

Ergreifen Sie die Flucht

Keine Sorge: Es ist nicht unmännlich oder feige, wenn Sie das Weite suchen sondern das intelligenteste Verhaltenen solch einer Situation. Sie müssen Niemandem irgendetwas beweisen und haben auch keinen Nutzen von einer körperlichen Auseinandersetzung. Sofern es Ihnen irgendwie möglich ist, sollten Sie einen Moment der Unachtsamkeit beim Angreifer, eventuell durch ein gelungenes Ablenkungsmanöver, nutzen um wegzulaufen. Laufen Sie so schnell wie möglich und...

Erzeugen Sie Aufmerksamkeit

Während Sie vor Ihrem Angreifer flüchten, sollten Sie bereits um Hilfe rufen. Laufen Sie in Richtung einer belebten und hoch frequentierten Straße. Begeben Sie sich in ein Restaurant, ein Geschäft oder eine Kneipe. An Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, wird sich der Täter mit großer Wahrscheinlichkeit nicht trauen. Sprechen Sie Menschen gezielt an, deren Hilfe Sie einfordern. Sagen Sie nicht "Helfen Sie mir!" sondern sagen Sie zum Beispiel "Sie da vorne mit der blauen Jacke und der Mütze" und geben Sie den Menschen konkrete Anweisungen wie "rufen Sie die Polizei und sagen Sie, dass ich überfallen werde!"

Sollte die Flucht nicht möglich sein, da Sie zum Beispiel umzingelt oder in eine Sackgasse getrieben wurden und somit eine körperliche Konfrontation unvermeidbar sein, dann sollten Sie sich darauf vorbereiten, dass hier jedes Mittel angebracht ist, um den Angreifer zu besiegen. Sie sollten, sofern Ihr Gegenüber Gewalt anwendet, mit der Ihnen zur Verfügung stehenden maximalen Härte zuschlagen und im besten Fall sogar den ersten Treffer landen und sich nicht in die defensive begeben. Hier ist von Tiefschlägen bis Beissen alles erlaubt und kann und sollte angewendet werden! Schlagen Sie gezielt ins Gesicht des Angreifers und halten Sie hierbei die Faust so, dass sich Ihr Daumen außen befindet, um sich nicht selbst zu verletzen. Nutzen Sie jeden Gegenstand, der in Reichweite ist, wie zum Beispiel Ihren Schlüsselbund, einen Regenschirm oder ähnliches um den Angreifer auszuschalten. Um solch eine Situation zu vermeiden, gilt:

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl

Intuition wird häufig belächelt, ist aber ein überlebensnotwendiger Instinkt. Wenn Sie nachts alleine auf einer dunklen Straße unterwegs sind und das Gefühl haben, dass Ihnen etwas nicht "geheuer" ist, weil Sie sich zum Beispiel verfolgt fühlen, dann hören Sie auf dieses Gefühl und ergreifen Sie sofort die Flucht und begeben sich an einen sicheren Ort. Schließen Sie sich einer Gruppe an und gehen Sie zum Beispiel auch nicht alleine im Dunkeln zu Ihrem Auto oder zur Bahnhaltestelle. Sollten Sie doch einmal alleine unterwegs sein, dann rufen Sie eine Ihnen gut bekannte Person an und telefonieren Sie mit ihr während Sie in Richtung Ihres Zielortes gehen. Teilen Sie der Person mit, wo Sie sich befinden, am besten exakt mit Angabe des Straßennamens. Sollte Ihnen auf dem Weg etwas zustoßen, so kann die Kontaktperson direkt die Polizei alarmieren und Auskunft geben, wo Sie sich gerade befinden.

Tragen Sie einen Taschenalarm bei sich

Dieses handliche kleine Gerät, das in jede Jacken- oder Hosentasche passt, kann Ihre Rettung bei einem Überfall sein! Der Taschenalarm dient dem Selbstschutz und kann per Knopfdruck im Handumdrehen aktiviert werden. Einmal aktiviert gibt er einen extrem schrillen Alarm in ohrenbetäubender Lautstärke von sich, der wahrscheinlich jeden Angreifer in die Flucht schlagen wird. Seine 120 Dezibel sind nahezu unerträglich für das menschliche Ohr und lösen beim Angreifer den Fluchtinstinkt aus. Gegenüber dem "Klassiker" des Pfeffersprays besitzt der Taschenalarm den großen Vorteil, dass er, sofern er vom Angreifer entwendet werden sollte, nicht gegen Sie eingesetzt werden kann. Sie laufen somit, anders als beim Pfefferspray, keine Gefahr, mit Ihren eigenen Waffen geschlagen zu werden. Zudem ist der Einsatz des Taschenalarms völlig legal und stellt keine Grauzone dar, wie das Pfefferspray, das eigentlich ausschließlich zur Abwehr von Tieren eingesetzt werden darf.

Beachten Sie bitte, dass jeder Überfall ist in seinem Ablauf einzigartig und somit ist es auch für Sie unmöglich, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Dennoch hilft es sehr, wenn Sie die einfachen Ratschläge, die Sie oben gelesen haben, verinnerlichen und sich so auf mögliche Situationen vorbereiten. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich eine solche Situation vor und überlegen Sie, wie Sie sich verhalten würden. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl und vermeiden Sie Situationen, in denen Sie sich unwohl fühlen. Meiden Sie dunkle und verlassene Straßen. Gehen Sie in einer Gruppe von oder zu einer Lokalität und bilden Sie Fahrgemeinschaften. Überlegen Sie sich, welche Alltagsgegenstände geeignet sind um Sie einem Angreifer entgegenzuhalten. Besorgen Sie sich einen oder mehrere Taschenalarme und statten Sie Ihre Handtaschen oder Jacken damit aus um sicherzugehen, dass Sie immer einen Taschenalarm bei sich haben. Denn nichts ist schlimmer, als wenn Sie im Moment eines Überfalls realisieren, dass Sie den Taschenalarm zu Hause vergessen haben!

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