Wohnungs- und Hauseinbrüche | Wann wird eingebrochen?

Haus mit Lampen
Einbrecher kommen sowieso nur nachts - tagsüber habe ich eh nichts zu befürchten, das weiß doch jedes Kind! Und wenn ich Fenster und Türen geschlossen halte, wenn ich das Haus oder die Wohnung verlasse bin ich immer auf der sicheren Seite - und überhaupt: bei mir gibt es für Einbrecher gar nichts interessantes zu holen! So oder so ähnlich hört sich die Einstellung der meisten Menschen in Deutschland zum Thema Haus- und Wohnungseinbrüche ein. Grundsätzlich ist an diesen Glaubenssätze ein wahrer Kern vorhanden, aber auch hier gilt wie so oft: keine Regel ohne Ausnahme. Genau deswegen soll in diesem Text gezeigt werden, was wahr ist und wo es sich um Einbruchs-Mythen handelt, mit denen sich viele Bürger in Deutschland in gefühlte aber falsche Sicherheit wiegen.

2016 - neues Allzeithoch bei der Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche

Im Jahr 2016 lag die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in Deutschland bei insgesamt 160.000, so die offizielle Statistik aus dem Einbruch-Report der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Damit ist die Zahl gegenüber dem Wert von vor 5 Jahren um rund ein Drittel und damit ca. 40.000 Einbrüche gestiegen. Der dadurch entstandende und durch die deutschen Versicherer regulierte Schaden lag in 2015 bei enormen 530 Millionen Euro. Dies macht pro Einbruch einen Schaden von über 3.000€ - wenn man unterstellt, dass jedes Einbruchsopfer eine Hausratversicherung besitzt und diese auch vollumpfänglich für den Entstandenen Schaden einstünde. Tatsächlich ist dies jedoch nicht der Fall, da zum Einen die wenigsten Menschen eine Hausratversicherung besitzen und zum Anderen es immer wieder vorkommt, dass Einbrüche durch die Geschädigten mitverschuldet werden, weil beispielsweise Fenster nicht ordnungsgemäß geschlossen waren. Kurzum bedeutet das, dass der tatsächliche Schaden pro Einbruch in Deutschland deutlich höher liegt als die erwähnten 3.000€. Seit 2006 ist die Zahl der Einbrüche in Deutschland Jahr für Jahr stetig angestiegen und eine Umkehr dieses Trends scheint nicht in Sicht zu sein. Insbesondere die Städte und vor allem die Großstädte sind davon sehr stark betroffen. Umso erstaunlicher, dass laut einer TNS-Emnid-Umfrage 83 Prozent angeben, keine oder kaum Angst, zu haben und das, obwohl alle paar Minuten ein Einbruch stattfindet. Doch wann wird denn nun eingebrochen? Dieser Frage gehen wir nun nach.

Tagsüber bin ich sicher, denn Einbrecher kommen immer nur nachts

Das könnte man denken und das tun auch sehr Viele. Tatsächlich ist es so, dass Einbrecher auch nachts kommen. Jedoch findet nur jeder siebte Einbruch nachts zwischen 22 und sechs Uhr statt. Die allermeisten Einbrüche, nämlich fast 60%, ereignen sich tagsüber zwischen zehn und 20 Uhr. Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, ergibt das auch am meisten Sinn. Denn tagsüber sind die meisten Menschen unterwegs und gehen ihrer Arbeit nach oder tätigen sonstige Erledigungen. Zu dieser Tageszeit ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer, unbehelligt und unentdeckt in eine Wohnung oder Haus einzusteigen. Nachbarn des Einbruchsopfers sind vermutlich unterwegs und im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses wird einem tendenziell um diese Uhrzeit niemand entgegenkommen.

Zum Thema Mehrfamilienhaus gilt noch zu erwähnen, dass je mehr Wohneinheiten das Haus besitzt, desto ungehinderter können Einbrecher zur Tat schreiten und desto sicherer fühlen sie sich. Zwar könnte man hier denken, dass mit steigender Anzahl der Wohneinheiten eines Mehrfamilienhauses auch das Risiko von einem Bewohner entdeckt und am Einbruch gehindert zu werden ansteigt. Jedoch gilt hier vielmehr, dass mit zunehmender Anzahl der Bewohner die Anonymität steigt und sich selbst bei Verdächtigen Geräuschen, die in Zusammenhang mit dem Einbruch entstehen, niemand verantwortlich fühlt. Hierbei handelt es sich um allgemeine und beobachtete soziale Phänomene und selbstverständlich gilt auch hier, dass es immer Ausnahmen gibt.

Besonders beliebt bei Einbrechern sind in Mehrfamilienhäusern übrigens die Wohnungen in den obersten Stockwerken - zumindest für Einbrüche über die Wohnungstür. Denn mit abnehmender Anzahl der Stockwerke, die über dem Einbruchsort liegen, sinkt die Anzahl an Personen, die auf ihrem Weg nach draußen am Tatort vorbeikommen. Das führt uns zur nächsten weit verbreiteten Annahme:

Einbrecher kommen nur dann, wenn ich nicht zu Hause bin.

Für die überwiegende Anzahl der Einbrüche ist dies zutreffend, denn sie die mögliche Konfrontation. Dennoch verschaffen sich sehr dreiste Diebe trotz Ihrer Anwesenheit Zutritt Zu Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung, was Einbruchsstatistiken dokumentieren: im Durchschnitt sind die Bestohlenen bei 10% aller Einbrüche in ein Einfamilienhaus anwesend. Als Hauptursache für dieses Verhalten wird angesehen, dass Einbrecher schlicht übersehen, dass sich jemand im Haus befindet und nicht, dass sie bewusst die Konfrontation suchen.

Einbrecher kommen nur in der dunklen Jahreszeit, im Frühling und Sommer habe ich nichts zu befürchten!

Eine weit verbreitete Annahme innerhalb der Bevölkerung, die auch grundsätzlich richtig ist. Denn nahezu die Hälfte aller Einbrüche wird zwischen Oktober und Februar begangen. Dann hat die Einbruchsaison Hochkonjunktur, denn im Schutze der Dunkelheit können Diebe einfach besser agieren. Die Wintertage sind kurz und die Dunkelheit schützt vor den neugierigen Blicken, denn die wenigsten Eigentümer besitzen beispielsweise effektive Bewegungsmelder, die den Einbrecher in einem, für alle sichtbaren, Scheinwerfer erstrahlen lassen würde. Dass Einbrecher die dunkle Jahreszeit favorisieren um ihrer "Berufung" nachzugehen, bedeutet jedoch nicht, dass man im Rest des Jahres von Einbrüchen verschont bleibt. Ganz im Gegenteil, denn auch im Sommer gibt es für Einbrecher immer wieder gute Chancen sehr leicht in Häuser und Wohnungen einzusteigen. Zum Einen werden im Sommer mehr Fenster und Terrassentüren gekippt oder komplett geöffnet hinterlassen, wenn Menschen ihre Wohnungen oder Häuser verlassen. Dadurch wird der Einbruch zum Kinderspiel - zumal die wenigsten Menschen ihre Fenster oder Türen alarmgesichert haben, was Einbrecher aufgrund der ohrenbetäubenden Lautstärke in den meisten Fällen abschrecken und in die Flucht schlagen würde.

Zum Anderen sind die Sommermonate auch Ferienzeit und das bedeutet, dass die Bewohner tendenziell im Urlaub und die Häuser meist unbewacht sind. Dies erkennen Einbrecher, die die den Tatort vor dem Einbruch auskundschaften an mehreren Aspekten: das Auto parkt nicht mehr in der Einfahrt, die Beleuchtung wird abends nicht mehr eingeschaltet und auch der Fernseher leuchtet im Wohnzimmer nicht mehr bunt auf. Das alles sind für Einbrecher leicht zu identifizierende Hinweise auf eine Abwesenheit der Bewohner.

In unserer Gegend wird eh nicht eingebrochen und bei mir gibt es sowieso nichts zu holen!

Diese Aussage kann guten Gewissens als grundsätzlich falsch, denn es gibt in Deutschland keine Gegend, in der noch nie eingebrochen wurde: Ob in der Landidylle oder der Großstadt - eingebrochen wird überall und so verzeichnet die Polizei auf dem Land einen Anstieg der Einbruchszahlen von 20% gegenüber vor drei Jahren. Dennoch bleiben die Ballungsräume die beliebtesten Gegenden für Einbrüche. Angeführt wird die Einbruchstatistik von den Städten: Leipzig, Hannover und Köln. Dort sind im Schnitt 15% aller Haushalte in den letzten 10 Jahren bereits Opfer eines Einbruchs geworden.

Egal ob noble Villengegend oder Mehrfamilienhaus-Siedlung, keine Gegend ist uninteressant für Einbrecher - denn dieser weiß vor dem Einbruch in der Regel nicht, was ihn in der jeweiligen Wohnung oder dem Haus erwartet. Jedoch wird nahezu Jeder im Besitz eines Smartphones oder Handys, eines Laptops oder Schmuck sein. Und auch etwas Bargeld wird der Eine oder Andere zu Hause aufbewahren. Genau das ist es nämlich, worauf es Einbrecher abgesehen haben! Kleine und handliche Elektrogeräte, die sich schnell und einfach weiterverkaufen lassen, Schmuck, Bargeld und wertvolle Münzen. Problematisch ist, dass die meisten Menschen ihre Wertgegenstände einfach herumliegen lassen oder sogar in einer Vitrine oder ähnlichem präsentieren. Dabei würde ein Tresor für den Heimgebrauch oder ein Geheimversteck Abhilfe schaffen und mit großer Wahrscheinlichkeit einen Diebstahl verhindern.

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